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Es gab bereits einige Momente in meinem Leben, aufgrund derer ich nicht weiter wollte, in denen ich mir selbst im Weg stand. Ich machte Fehler, wie wir sie alle mal machen, sollte jedoch manche davon schwer bereuen. Wäre ich mir der Konsequenzen dieser Fehltritte im Voraus bewusst gewesen, hätte ich diese Schritte wohl gar nicht getan. Die Konsequenzen hatten verheerende Auswirkungen auf meine Psyche, mein Selbstbewusstsein und allem voran auf meine Selbstwahrnehmung. 

Andererseits waren da diese Momente in denen ich nicht weiter konnte, mir mein eigener Körper regelrecht im Weg stand. Lange Zeit fühlte ich mich in ihm wie gefangen. Einen erheblichen Teil meiner Pubertät verbrachte ich in Krankenhäusern und Wartezimmern von Arztpraxen. Das alles natürlich ausgerechnet in meinem Abschlussjahr, sodass ich gezwungen war die Klasse zu wiederholen und im Geist schon weit von meinem Körper entfernt einen zweiten Anlauf wagte. Doch auch dieser sollte nicht glücken. Mein Schulabschluss schien dahin. Die Scheisse häufte sich nur so an. Ich versank. Mein Leben glitt mir einfach so aus den Händen. Plötzlich vermengte sich alles, nichts war mehr klar abzugrenzen. Ich gab mir als Mensch und meinem Körper in jederlei Hinsicht die Schuld, ich verabscheute mich und meinen Körper, der schon gar nicht mehr richtig zu mir gehörte, ich war des Lebens überdrüssig. 

Betrachte ich nun das große Ganze mit etwas Abstand im Nachhinein so vom Gipfel der Scheisse aus, dann finde ich nichts was ich bedauern oder bereuen müsste. So platt es auch klingt: ‚Das Leben ist wie es ist‘. Soll heißen: Was auch immer passiert, es passiert nunmal. Egal wie sehr man denkt an diesem Punkt geht es kein bisschen weiter, egal wie nahe man sich dem Ende fühlt, solange es nicht vorbei ist, ist es nicht vorbei. Und das ist zumindest sicher nicht der Fall wenn man sich darüber noch Gedanken machen kann. Und ist es nicht vorbei, dann geht es weiter. Es geht immer weiter. Wo kein Weg ist kann einer entstehen. Erst wenn es vorbei ist, dann bedeutet das das Ende, Schluss, Aus und Vorbei.  Dann gibt es gar keine Perspektive mehr. 

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Ein jeder von uns erlebt im Laufe seines Lebens eine ganze Menge Scheisse. Der Eine mehr, der Andere weniger, aber ganz unabhängig von der Menge kommt es am Ende dann doch überwiegend darauf an wie man damit umgegangen ist. Es gibt natürlich Dinge, mit denen kann man nicht einfach umgehen, die reißen einem den Boden unter den Füßen weg. Dann liegt man da, mitten in der Scheisse, riecht, sieht und fühlt nur noch Scheisse. Wenn es nicht auch noch mehr davon vom Himmel regnet hat man die Möglichkeit relativ entspannt wieder aufzustehen. Schafft man es nicht ganz hoch oder droht man zu diesem Zeitpunkt auszurutschen so finden sich - vorausgesetzt man hält danach Ausschau - immer irgendwo helfende Hände.

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